Wildbienenhotel / Insektenhotel

Beispiel vom Tössertobel

Ein Wildbienenhotel – also ein Hotel für Bienen? Wozu sollte das gut sein? Ist es nicht so, dass Insekten schon aufgrund ihrer Größe überall unterkommen und deshalb weder eine komfortable Unterkunft noch einen Urlaub benötigen? Mit Nichten!

Mittlerweile hat sich nämlich die Naturlandschaft durch den intensiven menschlichen Eingriff so stark gewandelt, dass nur noch wenige natürliche Lebensräume für Insekten vorhanden sind. Abhilfe kann hier ein Wildbienenhotel schaffen, welches den kleinen Insekten beim Nisten und Überwintern hilft.

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Was ist ein Wildbienenhotel?

Man sieht es immer häufiger in Gärten und Parkanlagen, auf Schulgeländen und in Landschaftsgärtnereien, am Feldrand und sogar auf Balkonen: Das Wildbienenhotel. 
Gemeint sind damit künstlich hergestellte Nist- und Überwinterungsplätze für Nützlinge in unterschiedlichen Größen, die freistehend oder hängend an Bäumen und Hauswänden angebracht werden können. Der Name Wildbienenhotel oder Insektenhotel rührt von der hausähnlichen Bauart her, die aus mehreren Etagen bestehend von oben durch einen dachartigen Überstand geschützt wird.

Kurz gesagt ist ein Insektenhotel eine Unterkunft für bestimmte Insekten, die für Gärtner und Menschen nützlich sind. Diese Insekten werden auch als Nützlinge bezeichnet. In das Insektenhotel können einzelne Insekten einziehen und das ganze Jahr ein Zimmer „mieten“. In dieser Zeit entwickeln sich die von ihnen abgelegten Eier zu erwachsenen Insekten. Nisthilfe und Unterschlupf, mit diesen Begriffen können die wichtigsten Funktionen eines Insektenhotels wohl am treffendsten beschrieben werden.

Neben „Insektenhotel“ sind auch die Bezeichnungen Insektenwand, -haus oder -asyl gebräuchlich. Vermutlich wurde der Begriff Insektenhotel in Abgrenzung zu anderen Insektenbehausungen wie Bienenstock und Wespennest geprägt, in denen häufig nur die namensgebenden Insektenarten leben. Auch wenn Insektenhotels durch ihre verschiedenen „Zimmer“ für die Anwesenheit verschiedener Insekten geplant werden, so scheint sich doch eine Art, nämlich die Wildbiene, bevorzugt in den Insektenhotels heimisch zu fühlen, weshalb auch der Begriff Wildbienenhotel verwendet wird.

Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts finden spezielle Refugien für Insekten in Schul- und Hobbygärten sowie in professionell geführten Gartenanlagen immer mehr Anhänger. Von Menschen gebaute Wildbienenkästen soll es allerdings schon etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts geben.

Lebensraum schaffen – Wer zieht ein?

Den bei uns beheimateten Insektenarten, die durch intensive Flächennutzung, radikale Schädlingsbekämpfung und Monokulturen kaum noch artgerechte Lebensräume finden, soll das Insektenhotel eine Möglichkeit zur Brutaufzucht und Überwinterung bieten. Zugleich bilden diese Behausungen einen wichtigen Teil im Natur- und Bestandsschutz, unterstützen das ökologische Gleichgewicht und ermöglichen uns interessante Einblicke in die Lebensweise unterschiedlicher Insekten. Wer sich ein Insektenhotel näher betrachtet, wird über die Artenvielfalt der friedlich nebeneinander lebenden Bewohner erstaunt sein.

Nicht nur Hummeln und Wildbienen, Schlupf-, Grab-, Weg– und Brackwespen können hier beobachtet werden. Auch Blumenwanzen, Flor– und Schwebfliegen, Raub– und Marienkäfer, Ohrwürmer, Glühwürmchen und Schmetterlinge nehmen ein solches Habitat gern an.

Sie alle leisten nicht nur einen großen Beitrag zur Bestäubung und Befruchtung von Blumen und Obstgehölzen. Diese Insekten und ihre Larven vertilgen außerdem täglich z. T. ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts an saugenden und nagenden Schädlingen mitsamt deren Brut. Daneben sichert eine vielfältige Insektenpopulation auch den Bestand der bei uns heimischen Singvögel, deren Junge auf proteinreiches Insektenfutter angewiesen sind. Aus diesem Grund hat auch der TSSV ein Wildbienenhotel respektive Insektenhotel bereitgestellt. Bei einem Rundgang werden Sie sicher daran vorbeikommen.

Hier sehen Sie einige Impressionen wo ebenfalls Wildbienenhotels beheimatet sind:

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